vielleicht war das letzte glas rotwein zu viel gewesen. shine spürte wieder diese sehnsucht in sich wachsen, die nur dann zutage tritt, wenn man in ein anderes stadium des bewusstseins gleitet, wenn man bereit ist, den körper nicht mehr zu spüren
the body slays the soul
it should be the other way round
hörte er in seinem kopf - er erinnerte sich an die worte, nur zu gut. grausame worte, doch er verstand sie so gut. nun war es wieder mal soweit, seine seele wollte die maskerade nicht mehr mitspielen und gaukelte ihm bilder von grau-glitzernden zwielichtwelten vor. vorgaukeln? - diese welten waren echt. er sah mit zusammengekniffenen augen hinein in diese welten und spürte regen auf seinem gesicht. er roch einen hauch von weihrauch und sah glitter und grau. eine feder fiel vom himmel, die war weiss und an den rändern grau. ein willkommensgruss.
er verliess seinen körper. gefühle überströmten ihn, die er kaum beschreiben konnte. war es glück oder trauer? er wusste es nicht. beides in einem - kann das gehen? sein lebensgefühl war wieder aufgetaucht, nach so langer zeit. lebensgefühl? das gefühl, tot zu sein. endlich. wieder. tot. zu. sein. er bemerkte es nicht, dass sein irdischer leib weinte, wie breite rinnsale strömten tränen unentwegt über seine wangen. shine flog. und wieder ein hauch von glitter in grau, regen fiel auf seinen irdischen leib und vermischte sich mit seinen tränen, aber er war endlich zuhause.
nach dem sturz in seinen körper tastete er nach wein und zigaretten, tastete in der dunkelheit, die ihn umgab, nach licht, doch er konnte kein licht finden. kein licht.
es gab kein licht für ihn in dieser welt. lass dunkelheit dich umfangen, lass deinen körper auf der erde liegen, denn er ist blind und taub für die wahrheit. deine seele verträgt kein licht. ein instrument der qual war sein körper. er rauchte und trank seinen wein, wischte sich die tränen vom gesicht. es war vorbei, der schmerz war unbeschreiblich. wie stumpfsinnig sein körper war. er sah in die dunkelheit und begann, zu schreien. ich bin tot , worte der qual, worte wie ein blutiger strom erbrach er, kotzte sich seine sehnsucht aus dem leib, schrie, kroch am boden wie ein junkie, zitternd..frierend
kein licht
bis zum nächsten mal
ich bin tot